Stand der Haushaltsberatungen 2026

Gebührenerhöhung gedämpft. Grundsteuererhöhung gestoppt.
Von Jochen Kilp, Fraktionsvorsitzender
Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, haben im Dezember intensive und kontroverse Haushaltsberatungen in Friedrichsdorf stattgefunden. Die Stadtverwaltung hatte für 2026 einen Haushaltsplan vorgelegt, der eine Grundsteuererhöhung um 203 Prozentpunkte vorsah. Darüber hinaus massive Gebührenerhöhungen für Wasser, Abwasser und Abfall. Für eine vierköpfige Familie hätte das im Schnitt 742 Euro gemacht – zusätzlich, Jahr für Jahr. Das war für uns nicht akzeptabel, und wir haben uns in die Detailarbeit gestürzt.
Im Zuge der Haushaltsberatungen ist es schließlich gelungen, die geplanten Mehrbelastungen für die Friedrichsdorferinnen und Friedrichsdorfer deutlich zu reduzieren. Denn für die FDP-Fraktion war von Anfang an klar, dass für unsere Bürger, die mit steigenden Preisen, höheren Krankenkassenbeiträgen und unsicherer Wirtschaftslage zu kämpfen haben, eine so erhebliche Mehrbelastung, wie von der Verwaltung geplant, nicht tragbar ist. Und wir sind froh, mit CDU und FWG Partner an unserer Seite zu haben, die hier gemeinsam mit uns an einem Strang gezogen haben.
So ist es uns gelungen, die Gebührenerhöhungen deutlich zu reduzieren. Statt der geplanten rund 476 Euro* schlagen die Gebührenerhöhungen 2026 nun noch mit etwas mehr als 211 Euro zu Buche. Die Grundsteuererhöhung für 2026 wurde komplett abgelehnt. Der Haushaltsplan wird nun noch einmal im Detail überarbeitet. Dafür machen wir uns zusammen mit der Verwaltung gern noch einmal an die Arbeit. Klar ist, dass die kommunalen Finanzen unter Druck stehen. Aber die daraus resultierenden Lasten dürfen nicht einseitig bei den Bürgerinnen und Bürgern in Form von Stuer- und Gebührenerhöhungen abgeladen werden. Die FDP Fraktion möchte zunächst einmal auch den Rotstift bei den Ausgaben der Verwaltung selbst ansetzen und sparen.
Gerade Steuererhöhungen dürfen nur der letzte Schritt sein, nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Die FDP-Fraktion hat dazu etliche Vorschläge und Anträge eingebracht – manches wurde beschlossen, anderes noch nicht.
Zur Veranschaulichung: Während die Einwohnerzahl relativ gleich blieb, haben sich die Ausgaben der Stadt in den letzten zehn Jahren seit 2016 von knapp 64 Mio. Euro um mehr als 50 % auf rund 98 Mio. Euro erhöht.
Die Stellen in der Verwaltung sind von 105 auf über 135 angewachsen – wohlgemerkt: Ohne die Kinderbetreuung. Aus unserer Sicht muss es hier unter anderem durch Digitalisierung und Zusammenarbeit mit anderen Kommunen Einsparmöglichkeiten geben, die wir endlich nutzen müssen.
Auch in den weiteren Haushaltsberatungen, die jetzt im Januar und Februar anstehen, werden wir uns selbstverständlich konstruktiv einbringen, um einen genehmigungsfähigen Haushalt für 2026 verabschieden zu können. Denn wir wollen weiter in die Zukunft unserer Stadt investieren, eine verlässliche Kinderbetreuung gewährleisten und das lebendige Vereins- und Kulturleben unserer Stadt unterstützen. Wir sind guter Dinge, dass uns dies gelingen wird. Denn: Wir lieben Friedrichsdorf!
Wenn Sie wissen wollen, wie sich die Gebührenerhöhungen für Sie bemerkbar machen oder Vorschläge haben, wo aus Ihrer Sicht gespart werden könnte: Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!